Bücher

Neuerscheinung: Millis Erwachen

1911 malte der Expressionit Ernst Ludwig Kirchner die »Schlafende Milli« nackt auf einer Couch liegend. Als Inspirationsquelle ließ er nur die eigene Potenz gelten. Während zahlreiche Kunsthistoriker_innen neben der Ästhetik auch die Sexualfantasien von Kirchner in den Fokus ihrer Analysen nehmen, tauche ich in die Gedanken- und Gefühlswelt seiner »Muse« ein und laße »Milli« sinnbildlich erwachen. In Einzelinterviews kommen acht Schwarze Kunstschaffende verschiedener Generationen zu Wort und erzählen, wie sie in und durch ihren Arbeiten die gängigen kolonialtradierten Stereotype überwunden und ihre eigene selbstbestimmte Identität als Schwarze Frauen innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft gebildet haben. »Millis Erwachen« ist ein multimediales, bilinguales Projekt bestehend aus einem 47minutigen schwarz-weiß Film (Deutsch mit englischen Untertiteln) und einem Buch (Deutsch und Englisch). Der Dokumentarfilm wurde von der 10. Berlin Biennale for Contemporary Art beauftragt und von Juni bis September 2018 in den Kunstwerken Berlin gezeigt. Er wurde mit dem Black Laurel Film Award 2018 ausgezeichnet. Die gleichnamige Publikation besteht aus den langen Versionen der geführten Einzelinterviews und ist im Orlanda Verlag Berlin erschienen.

Millis Erwachen
Cover: Anh Trieu, Henning Fehr, Philipp Rühr
Verlag: Orlanda Frauenverlag Berlin
ISBN:978-3-944666-40-2
176 Seiten
€ 21,50

Hier erhältlich

 

 
 

Afrokultur

Afrokultur – der raum zwischen gestern und morgen“ bringt über die Biografien der Schwarzen Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen W.E.B. Du Bois, Audre Lorde und May Ayim Schwarze deutsche Geschichte, ihre Gegenwart und Zukunft in einen globalen Zusammenhang und schreibt damit eine intellektuelle Tradition fort. Werden ihre Wissensre_produktionen in einen sozialpolitischen Kontext gebracht, so bedürfen sie keiner Über_Setzung, sondern können in laufende Konventionalisierungs-, Autorisierungs- und Normalisierungsprozesse eingebunden werden, um in der aktuellen politischen Debatte über »Rasse« den Weg zu einem racial turn in Deutschland aufzuzeigen. Was aus postkolonialer Beobachtungsperspektive als Intervention in die bestehende vermeintlich »objektive« Ordnung des deutschen Wissen(schaft)ssystems verstanden werden könnte, veranschaulicht anhand kolonialer „Ent_Wahrnehmungsgeschichten“, inwieweit Kolonialität in Deutschland noch immer andauert, sich in Gesellschaft und Medien widerspiegelt, den Zugang von Schwarzem Wissen ins deutsche Wissensarchiv verhindert und eine Schwarze Perspektive auf die Welt unmöglich macht. Folgerichtig trennt sich die vorliegende Arbeit weitestgehend von rassifizierten Annahmen und sucht selbstbestimmtes Schwarzes Wissen zu akkreditieren und an die Kommunikation von Schwarzen Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen weltweit anzuschließen, um Afrokultur als Wissenskultur auch in Deutschland kontingenzfähig zu machen.

Afrokultur
Cover: John Jennings Verlag: Unrast Verlag Münster ISBN:978-3-89771-221-8208
208 Seiten
€16,00
Auch als eBook
erhältlich

 
 
 
 

Sister and Souls

Anders als in anderen europäischen Ländern entstand die Schwarze Bewegung in Deutschland erst im Zuge der aufsteigenden Frauenbewegung der 1980er Jahre. Eine tragende Rolle darin, spielte die ghanaisch-deutsche Dichterin May Ayim, die durch das Schreiben internationale Anerkennung erhielt. Durch die Mitherausgeberschaft des Standardwerks „Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“ (1986) schuf sie gemeinsam mit anderen Frauen ein Identitätsangebot, was den Nachfolgegenerationen viele Jahre später als Quelle der Kraft und Kreativität dient. Zum 20. Todestag von May Ayim präsentieren Schwarze Autorinnen verschiedener Generationen in „Sisters and Souls“ auf bewegende Art und Weise wie sie persönlich und politisch von May Ayim inspiriert worden sind. Ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten und Schaffenswerke spiegeln eine Kontinuität Schwarzer Geschichte(n) in Deutschland wieder, die nicht erst in den 1980er Jahren begann. Vielmehr vermitteln die „herstories“ einen Rückblick auf die zweite Welle der Schwarzen Bewegung, einen Einblick in die alltägliche Gegenwart von Schwarzen Menschen und einen Ausblick darauf, wie sie ihre Zukunft in Deutschland des 21. Jahrhunderts sehen. In afrodeutscher Tradition wird in dem Raum dazwischen das Gesprochene zum Geschriebenen, das Geschriebene zum Lebendigen und das Lebendige mittels ausgewählter Adinkra-Symbole versinnbildlicht und mit bislang unveröffentlichten Texten von May Ayim gekrönt.

Sisters & Souls
Cover: Patrica Vester
Verlag: Orlanda Frauenverlag Berlin
ISBN: 978-3-944666-21-1250
250 Seiten
€19,50

 
 
 
 

Afroism

Die Vorstellung vom blonden, blauäugigen Deutschen ist längst überholt und das Staatsbürgerschaftrecht reformiert. Dennoch bleiben es die phänotypischen Merkmale, die die vermeintliche Herkunft und das Nichtdeutsche für jedermann offensichtlich machen. Bereits Anfang der 90er Jahre artikulierte die HipHop-Formation Advanced Chemestry die Situation, die heute noch für viele Menschen der afrikanischen Diaspora in Deutschland Alltag ist (Zitat): “Nicht anerkannt, fremd im eigenen Land, kein Ausländer und doch ein Fremder!” Eine Dekade später setzen die Brothers Keepers exakt an dieser Stelle wieder an: Hip Hop wird gezielt als Instrument für Verständigungsprozesse genutzt und in einen sozialen Zusammenhang gebracht. Aufgrund ähnlicher Erfahrungen, die in Auseinandersetzung mit der “weißen” deutschen Mehrheitsgesellschaft entstehen, teilen die Mitglieder des Musikkollektivs nicht nur miteinander, sondern auch mit Anderen dasselbe Wissen. Die Kommunikation wird zur Gemeinsamkeit, indem sie die Kommunikatoren gleichmacht und gleichartig denken lässt.

Afroism
Cover: photostock
Verlag: vdm Verlag Saarbrücken
ISBN-10: 3639041356
ISBN-13: 978-3639041354
112 Seiten
€ 49,00

X, Das Magazin für Afrokultur

Im Fokus von X Das Magazin für AfroKultur stehen die vielfältigen Lebensrealitäten von Afros in Deutschland. Durch gesellschaftliche, politische, ökonomische und kulturelle Beiträge wird die Heterogenität dieser Gruppe lebendig, fabelhaft und informativ wider gespiegelt und gleichzeitig deutsches Selbstverständnis artikuliert. Über die Vernetzung mit starken Partnern und die aktive Mitgestaltung des Magazins durch den Leser wird gewährleistet, dass X ein einzigartig authentisches Magazin mit einer unverwechselbaren Zielgruppenansprache ist.

X-Magazin
Cover: Jeannie M. Simon
Verlag: Fabula Media
94 Seiten
€ 3,00
Hier erhältlich

Love makes your soul crawl out from its hiding place.

Zora Neale Hurston (1891 – 1960)