„Millis Erwachen“

Nadu, Jahrgang 1955, Maskenherstellerin, Naomi, Jahrgang 1965, Schauspielerin, oder Maciré, Jahrgang 1995, Studentin sind drei von acht Protagonistinnen, die die Gemeinsamkeit haben als Schwarze Frauen* ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland zu haben und im Kunstkontext tätig zu sein. Ihre biographischen Erzählungen zeigen, inwieweit die Beschäftigung mit Kunst (in all ihren Ausprägungsformen) als »Heilmittel« dienen kann, gelebte emotionale Isolation und gesellschaftliche Unterdrückung zu lindern. In Interviews mit der Filmemacherin kommen sie zu Wort und berichten davon, wie sie in und durch ihre künstlerische Arbeit die gängigen kolonialtradierten Stereotype überwunden und ihre eigene selbstbestimmte Identität als Schwarze Frauen* innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgeformt haben. Sie berichten von ihren Herausforderungen in und mit deutschen Kunstinstitutionen, von visueller Repräsentation und politischer und sozialer Ausgrenzung. Wo lässt sich auf ihren Erfahrungen aufbauen? Welche Strategien können zusammengebracht werden?

 

Bisherige Screenings:
06/2018 – 09/2018 KW KunstWerke, Berlin
06/28/18 Kirchner Museum , Davos/Switzerland
10/2018 – 06/2019 Museum of Modern Art, Frankfurt a.M.
10/08/18 Black Laurel Film Festival, San Fransisco/USA
11/12/18 Goethe Institute, Helsinki/Finland
11/21/18 University of the Arts, Berlin
12/07/18 Art Association of Australia and New Zealand, Melbourne/Australia
12/13/18 Cinema City 46, Bremen
01/11/19 University of Music and Performing Arts, Vienna/Austria
01/17/19 Frauenkreise, Berlin
02/05/19 Federal Art Gallery, Bonn
02/16/19 African Film Festival, Cologne
02/22 – 03/30/19 Gallery for Contemporary Art, Freiburg
02/17 – 04/17/19 Film Tour through the USA
04/14 International Women’s Film Festival Dortmund

 

 

Feedback von Zuschauende

Liebe Natasha,
ich war am Dienstag in der Bundeskunsthalle in Bonn und habe mir Deinen Film angeschaut. Als Afro-Deutsche hat mich Dein Film berührt und ich fand es eine sehr schöne und gelungene Darstellung von Frauenportraits. Als Anhängerin der „Völkerverständigung“ fand ich es schön, wie Schwarze Frauen über Ihr Dasein in Deutschland berichten konnten ohne dass dies in einem Pro-Schwaz in Contra-weiß Dialog endete. Das spiegelte sich auch im Interview wieder und ich finde das ist eine große Kunst – das können nicht viele Menschen: persönliche Erfahrungen aus der Vogelperspektive betrachten – zumindest nicht so, dass man es wirklich authentisch wirkt. Ich finde es allgemein Schade, dass wir noch so viele Schubladen benötigen, um uns mit dem Wesen Mensch und den Gefühlen bzw miteinander auseinanderzusetzen ohne auf eine sehr persönliche (und oft verletzende Ebene) abzudriften. Ich frage mich, ob es in unserer Natur steckt. Das ist allerdings ein anderes Thema. Ich hätte mich gerne mit Dir unterhalten, musste aber leider los. Wir haben auch eine gemeinsame Bekannte/Freundin, die ich auch dort traf. Die Welt ist klein. Obwohl ich viele aus der Gemeinschaft kenne, bin ich der ISD immer fern geblieben, da ich dachte, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss, um mich zu finden. In Deinem Film habe ich gesehen, dass die individuellen Erfahrungen und die damit verbunden Gefühle – auch über mehrere Generationen verteilt – doch eine große Schnittmenge haben. Mich hat tief beeindruckt und berührt, dass es Dir gelungen ist, dies in Bild und Ton und dann auch im Gespräch diesen Sachverhalt und das damit verbundene gemeinsame Gefühl so präzise zu benennen ohne dass dabei die Kollektiven negativen Gefühle (Wut, Verzweiflung, Verletzung, etc.) im Vordergrund standen. Vielmehr: das „sich als Mensch gehört fühlen“ – das ist die wichtigste Grundlage eines jeden Dialogs sofern das Gegenüber in diesen eintreten möchte. Dein Film und Deine Worte waren Balsam und für mich heilsam. Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich ein langer Weg bis dahin war, der noch lange nicht vorbei ist. Danke, dass Du diesen Weg mit der Welt teilst. Das wollte ich Dir sagen und dafür wollte ich Dir persönlich danken!

[ANONYM]

 

 
 

 

Hi Natasha,
Ich hatte gestern Abend nach dem Film keine Gelegenheit, mit dir zu sprechen, aber hier sind drei Dinge, die ich sagen wollte: Erstens, der Film selbst ist ein beeindruckendes Debüt, und ich habe deinen sensiblen und thematischen Ansatz sehr genossen auch die visuellen Entscheidungen, die du getroffen hast. Zweitens fand ich deine „Fußnoten“ zu Beginn schön artikuliert. Ein ziemlich erstaunlicher Text. Und drittens haben mich deine Antworten in der Diskussionsrunde wirklich von den Füßen gerissen. Es war also ein wirklich kraftvoller Abend. Danke, dass du hier bist. Wenn ich dich nicht sehe, bevor du zurückkehrst, war es großartig, dich kennenzulernen, und ich freue mich darauf, Ihre Karriere zu verfolgen. [Asher D. Biemann, Professor, Abteilung für Religionswissenschaft / Jüdische Studien, Universität von Virginia, Charlottesville, USA]